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Newsletter der Geschäftsstelle SEin – März 2025

  • Newsletter März 2025

Newsletter SEin März 2025
@ Atelier Arbre, Bern

Mit diesem Newsletter informiert Sie die Geschäftsstelle SEin regelmässig über neue Entwicklungen und laufende Projekte rund um das Thema Siedlungsentwicklung nach innen (SEin). Der Newsletter erscheint in Deutsch und Französisch. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen!

MetamorpHouse - Eine neue Hausreportage ist online

Das Haus S. wurde 1941 in Bern für vier Erwachsene gebaut. Über die Zeit wurde die Liegenschaft mit verschiedenen Um- und Zubauten flexibel dem Lebenszyklus der Bewohnenden angepasst. Dies brachte Lösungen für neue Bedürfnisse und wechselnde Haushaltsgössen. Heute bietet es Platz für sechs Erwachsene und sechs Kinder, verteilt auf drei Wohneinheiten. Zwischen familiärem Rückzug und entspanntem Miteinander zieht das Haus S. seit über 80 Jahren seine Bahn!

Newsletter SEin März 2025, MetamorpHouse
1 Haus, mehrere Haushalte – MetamorpHouse

Das online-Portal MetamorpHouse bietet für Gemeinden und Eigentümerinnen und Eigentümer vielfältige Informationen über die Potenziale der sanften Weiterentwicklung in Einfamilienhausquartieren. Ein wichtiger Aspekt ist die Eigeninitiative der Eigenheimbesitzenden und die Möglichkeit zur Sensibilisierung durch die Gemeinden. Dieser Ansatz bietet optimale Voraussetzungen, um Eigenheimbesitzende zu motivieren. Denn letztlich hängt die Realisierung eines Projekts von deren Überzeugung und Entscheid ab.

Zum Thema: Im Inforaum 4/2023 wird ausführlich über ein Beispiel in Sempach LU berichtet und wie sich mit dem Verständnis von MetamorpHouse das Einfamilienhausquartire qualitätsvoll verdichten lässt.

Vierter Erfahrungsaustausch SEinplus

Mit dem Fokus auf die Innenentwicklung stellt sich häufig die Frage nach den Möglichkeiten zur Förderung und Sicherung der Verfügbarkeit von Bauland. Das Thema stand am 4. November 2024 unter dem Titel «Grundeigentümerschaft für die Innenentwicklung motivieren» im Mittelpunkt des jährlichen Erfahrungsaustausches des Programms SEinplus. Um das Potenzial und den Spielraum der Gemeindeentwicklung auf Privatboden auszuloten, wurden drei Fachpersonen aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen eingeladen.

Newsletter SEin März 2025, Vierter Erfahrungsaustausch SEinplus
Manuel Flückiger, aus der Geschäftsstelle SEin mit den drei Referenten

Christine Lüthi Widmer, Partnerin beim Büro Advokatur und Notariat Lüthi & Lerch erläuterte die Formen des Grundeigentums und zeigte die Schnittstellen zwischen öffentlichem Recht und Privatrecht auf. Eindrücklich wurden konkrete Beispiele komplexer Eigentumskonstellationen aufgezeigt und erläutert, an was zu denken ist, wenn entsprechende Grundstücke mobilisiert werden.

Alex Mössinger von Mössinger Immobilien AG berichtete über seine Erfahrungen bezüglich erfolgreicher Projektentwicklungen mit Privateigentümerschaften. Entscheidend ist es demnach v.a. die unterschiedlichen Perspektiven der Eigentümerschaft, das rechtliche und politischen Umfeld und die Nachfrage des Marktes im Blickfeld zu behalten. Als Leiterin des Bereichs Planung der Gemeinde Ittigen erläuterte

Regula Siegenthaler die Hebel der kommunalen Ortsplanung zur Innenentwicklung und stellte ein Beispiel zum Vorgehen bei Projekten mit komplexen Eigentumsstrukturen vor. Sie unterstrich die Wichtigkeit eines konsistenten Vorgehens, das mit einer Vorstellung über die räumliche Entwicklung beginnt und einer klaren, darauf aufbauende Prioritätensetzung bei der Umsetzung folgt.

Newsletter SEin März 2025, Vierter Erfahrungsaustausch SEinplus
Diskussion in Gruppen

Nach den Präsentationen tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gruppen mit den Fachpersonen über die Herausforderungen und gewonnenen Erkenntnisse in ihrer jeweiligen Gemeinde aus. Eine Erkenntnis war, dass die in der Planung involvierten Personen in einer Gemeinde klare Zuständigkeiten haben müssen. Gerade für konkrete Entwicklungsvorhaben ist demnach entscheidend, dass vonseiten der Gemeinde den Beteiligten eine Ansprechperson zur Verfügung steht («Gesicht» / «Kümmerer») und die Koordination in der Verwaltung und in der Politik sicherstellt.

Newsletter SEin März 2025, Vierter Erfahrungsaustausch SEinplus
Austausch-Apéro

Um dem Wunsch der Berner Gemeinden nach einer digitalen Veranstaltung zu entsprechen, wurde der erste Teil der Veranstaltung zusätzlich online als Webinar übertragen. Dieses neue Angebot erhielt positive Rückmeldungen und soll bei der nächsten Veranstaltung beibehalten werden.

Das vom AGR im Februar 2022 veröffentlichte Merkblatt «Rechtliche Sicherstellung der Verfügbarkeit von Bauland» erläutert die im BauG verankerten Bestimmungen zur sog. «Verflüssigung» Bauland.

Ziegelried: Leben auf dem Land 2.0

Newsletter SEin März 2025, Ziegelried: Leben auf dem Land 2.0, Umbau Bauernhaus
  • Projekt: Umbau Bauernhaus
  • Lage: Ziegelried 340, 3054 Schüpfen
  • Baujahr: 2023
  • Nutzung: Wohnen
  • Wohnungsspiegel: 2 Wohnungen und davon eine Familien-WG für drei Familien.
  • Bauherrschaft: Wohnbaugenossenschaft Amsel, Severin Farine
  • Architekt: ARGE atelier L-art, Johannes Hänggi, und Henriette Lutz
  • Ausführungsplanung und Bauleitung: Simon Schuhmacher, Interbric Bauformen GmbH, Bern
  • Link: Schüpfen Ziegelried 340

Vier Familien haben den Umbau des denkmalgeschützten Bauerhaus von 1863 gemeinsam geplant und realisiert. Eine Machbarkeitsstudie zeigte den künftigen Bewohnern und Bewohnerinnen das Potential des Projekts auf. Daraus entstand die Wohnbaugenossenschaft «Amsel» mit dem Wunsch, die Gebäude für gemeinschaftliches Wohnen umzubauen. Das Projekt besteht aus einer Kombination von gemeinschaftlich genutzten Räumen (Küche, Ess- und Wohnzimmer, Werkstatt, Garten usw.) und privaten Rückzugsbereichen. Das architektonische Konzept beinhaltet den Umbau des Ökonomieteils und den Ersatzneubau der nördlichen Anbauten zu einer geräumigen Wohneinheit für drei Familien. Der historische Wohnteil des denkmalgeschützten Bauernhauses blieb unberührt und bietet Wohnraum für eine weitere Familie. Die Bewohner und Bewohnerinnen der Genossenschaft Amsel teilen sich aber nicht nur Räumlichkeiten und andere Ressourcen (wie z.B. ein Auto), sondern auch Aufgaben. Der gemeinsame Mittagstisch und die gegenseitige Unterstützung bei der Kinderbetreuung sind beispielsweise wichtige Bestandteile des Zusammenlebens. Dort wo bisher ein leeres Gebäude stand, konnte mit dem Umbau und Sanierung der historischen Bausubstanz Wohnraum für drei zusätzlichen Familien geschaffen werden.

Historische Substanz als Herausforderung und Chance

Newsletter SEin März 2025, Umbau Gasthof Kreuz Worb
  • Projekt: Umbau Gasthof Kreuz
  • Lage: Kreuzgasse 4, 3076 Worb
  • Baujahr: 2023
  • Nutzung: Wohnen
  • Wohnungsspiegel 6 ½ Zimmerwohnung, 5 ½ Zimmerwohnung, zwei 4 ½ Zimmerwohnungen, ein Atelier und ein EFH
  • Bauherrschaft: architekturStettler GmbH
  • Architekt: architekturStettler GmbH
  • Link: Umbau Gasthof Kreuz, Worb

Der Gasthof «Kreuz» in Worb, einst ein wichtiger sozialer Treffpunkt, stand jahrelang leer. Ein Architekt erkannte das Potenzial, sanierte das Gebäude behutsam und erhielt dafür den Denkmalpflegepreis. Das Projekt zeigt, dass denkmalgeschützte Gebäude renditeorientiert und erfolgreich saniert werden können. Die grosszügigen Räumlichkeiten der historischen Bausubstanz weisen zudem ein grosses Innenentwicklungspotential im Dorfzentrum auf. Auf dem Areal entstanden fünf geräumige Wohneinheiten und ein Atelier im Stockwerkeigentum sowie ein gemeinschaftlich genutzter Garten.

Benötigen Sie Unterstützung? 

SEinplus

Das AGR erbringt im Rahmen des Programms SEinplus folgende Leistungen:

  • Gemeindeberatung: Ob für einen informellen Austausch, eine Beratung oder ein Inputreferat in Planungsgremien (Gemeinderat, Kommission, Versammlung): Die Geschäftsstelle SEin steht Gemeinden und Regionen zur Verfügung.
  • Finanzielle Beiträge: Das AGR unterstützt qualitätssichernde Verfahren mit finanziellen Bei-trägen.
  • Erfahrungsaustausch: Einmal im Jahr findet eine Veranstaltung zur Förderung des Wissens-transfers unter den Gemeinden statt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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